Theorie:

Eine andere Art, die Satzaussage (das Prädikat) näher zu bestimmen, ist die Angabe der Umstände, unter denen sich die Handlung des Prädikates vollzieht. Es sind die Angaben über den Ort, die Zeit, die Art und Weise oder den Grund der Tätigkeit (oder des Zustandes).
 
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Unter welchen Umständen wird eine Handlung vollzogen?
 
 
 
Deshalb spricht man hier von der Adverbialbestimmung (Umstandsbestimmung oder Umstandsergänzung).
 
Danach unterscheidet man (analog der Arten von Adverbien):
  1. Lokalbestimmung (Umstandsbestimmung des Ortes)
  2. Temporalbestimmung (Umstandsbestimmung der Zeit )
  3. Modalbestimmung (Umstandsbestimmung der Art und Weise)
  4. Kausalbestimmung (Umstandsbestimmung des Grundes)
 
Alle diese Adverbialbestimmungen können auf verschiedene Arten gemacht werden. Meistens erfolgen sie durch:
  • Adverbien (Uw): Mein Vater isst heute auswärts. (wo?)
  • Präpositionalausdrücke (PA): Manfred ist in England. (wo?)
  • Satzwertige Wortgruppen (SW): Aus Indien zurückkehrend, wurde er verhaftet. (wann?)
  • Nebensätze (Gliedsätze): Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.

 
Beispiele
 
 
Lokalbestimmung - Fragen: wo, wohin, woher?
  • Das Flugzeug ist in der Sahara abgestürzt. - wo? - PA
  • Innen und außen herrschte die gleiche Wärme. - wo? - Uw, Uw
  • Dort, am Waldesrand äst ein Reh. - wo? - Uw, PA
  • Laufe dorthin, zum nächsten Baum! - wohin? - Uw, PA
  • Renate kommt vom Schwimmbad. - woher? - PA
 
 
Temporalbestimmung - Fragen: wann, wie lange, seit wann?
  • Abends begann es zu regnen. - wann - Uw
  • Es schneite bis spät in die Nacht. - wie lange - PA, PA
  • Er ist seit drei Jahren Minister. - seit wann - Uw
  • Die Kinder beten morgens und abends. - wann - Uw, Uw
  • Die Sitzung dauerte zwei Stunden. - wie lange - PA
 
 
Modalbestimmung - Fragen: wie, auf welche Weise?
  • Diese Frau spricht fließend Französisch. - wie? - Uw
  • Der Arzt behandelt ihn mit großer Geduld. - wie? - PA
  • Der Verunglückte wurde auf kürzestem Wege ins Tal gebracht. - wie? - PA
  • Der Redner spricht frei, deutlich, gewählt. - wie? - Uw, Uw, Uw
  • Er wurde stürmisch, mit Begeisterung begrüßt. - wie? - Uw, PA
 
 
Kausalbestimmung - Frage: warum?
 
 
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  • Aus Sorge für die Kinder kehrte ich um. - warum? - PA
  • Der Prokurist blieb krankheitshalber aus. - warum? - Uw
  • Viele Morde geschehen aus Eifersucht. - warum? - PA
  • Wir werden vorsichtshalber nachschauen. - warum? - Uw
  • Wegen der falschen Weichenstellung entgleiste der Zug. - warum? - PA
 
 
Unter die Kausalbestimmung fallen auch noch die folgenden Angaben:
 
  • Über den Zweck. Frage: warum? zu welchem Zwecke?
    Er erschien bei mir zu einer Aussprache. Dieses Gebäude wurde errichtet zum Wohle und zum Troste der Kranken.
  • Über den "wirkungslosen Grund". Frage: mit welcher Einräumung? Trotz welchen Umstandes?
    Trotz der Warnung gingen die Kinder auf dem Dachstein weiter. Ungeachtet der Warnung bestieg er das morsche Boot.
  • Über Mittel, Werkzeug und Urheber. Frage: womit, wodurch?
    Der Schüler wird vom Lehrer gelobt. Er schrieb mit seinem Computer.

    (Einen eigenen "Umstand des Urhebers" wollte man in der Sprachlehre nicht einführen, vielmehr hat man diesen "Umstand des Urhebers" mit den nächst verwandten "Umstand des Grundes" - der Kausalbestimmung - gleichgesetzt.). Leider bestehen gerade hier unterschiedliche Lehrmeinungen. Neuerdings neigt man dazu, in den vorliegenden Beispielen von einem Präpositionalobjekt zu sprechen. In einem Satz wie "Die Stadt wurde von den Feinden zerstört" ist daher der Ausdruck von den Feinden - je nach Auffassung - entweder ein Umstand des Grundes (Urhebers), also Kausalbestimmung oder eine Vorwortergänzung (Präpositionalobjekt).

Es sei an dieser Stelle nicht verschwiegen, dass es in vielen Fällen bei den Adverbialbestimmungen auch Abgrenzungsschwierigkeiten gibt. So kann man im Satz "Er ist rechtzeitig gekommen." nach dem Adverb rechtzeitig mit "wie" und "wann" fragen. Also liegt - je nach Auffassung - entweder ein Uaw oder ein Uz vor. In dem Satz "Sie ist in Ungnade gefallen." kann man sowohl eine Lokalbestimmung annehmen; man kann aber in Ungnade auch als ein Präpositionalobjekt zu fallen betrachten.

In solchen Zweifelsfällen sollte man also verschiedene Standpunkte gelten lassen.
 
 
 
 
 
 
Quellen:
Roland, M. (Hrsg.): DEUTSCH. Lehrbrief 3, Dr. Roland GmbH, Auflage 02/2015, Wien
https://pixabay.com/de/domino-spiel-fallen-kommunikation-163523/ (23.2.2017)
https://pixabay.com/de/warum-fragezeichen-unbekannt-fragen-2028047/ (23.2.2017)