Theorie:

Man kann persönliches und unpersönliches Passiv unterscheiden, wobei sich nicht von allen Zeitwörtern ein persönliches Passiv bilden lässt:
  • Ich schreibe den Brief. - Der Brief wird von mir geschrieben. (persönliches Passiv)
Dagegen:
  • Sie gehen. - Es wird gegangen. (unpersönliches Passiv)
    Aber nicht: Sie werden gegangen. (!)
  • Sie sitzen im Gasthaus. - Im Gasthaus wird gesessen. (unpersönliches Passiv)
    Aber nicht: Das Gasthaus wird von ihnen gesessen. (!)
  
Man kann also nur solche Verben in das persönliche Passiv setzen, die im Aktiv eine Ergänzung im 4. Fall bei sich haben (oder teilweise benötigen). Also ein (Akkusativ-)Objekt, das bei der Bildung des Passivs zum Subjekt wird:
  • Aktiv: Ich schreibe den Brief.
  • Passiv: Der Brief wird von mir geschrieben.
 
Diese Zeitwörter heißen transitive Verben, die anderen, bei denen dies nicht zutrifft, intransitive Verben. Letztere haben also kein Objekt bei sich. Intransitive Verben, bei denen kein Akkusativobjekt stehen kann, sind beispielsweise "schlafen", "sitzen" oder "helfen".
 
Transitive Verben können teilweise aber transitiv und intransitiv verwendet werden:
Beispiel:
Ich lese. (intransitive Verwendung, weil das Objekt im 4. Fall fehlt)
Ich lese ein Buch. (transitive Verwendung)
 
Er ist sehr erschrocken. (intransitiv)
Die Gestalt erschreckte uns. (transitiv)
Somit spricht man vom unpersönlichen Passiv, wenn im Aktiv ein intransitives Verb steht, oder ein transitives Verb ohne Akkusativobjekt.
Das Subjekt des Aktivsatzes wird im unpersönlichen Passiv nicht erwähnt, stattdessen kann man den Satz mit "es" oder mit einem anderen Satzglied beginnen:
Beispiel:
Aktiv: Sie schlafen.
Passiv: Es wird geschlafen.
 
Aktiv: Sie schlafen im Bett.
Passiv: Im Bett wird geschlafen; oder:
Passiv: Es wird im Bett geschlafen.
 
 
Neben diesen beiden Arten unterscheidet man noch als dritte die reflexiven oder rückbezüglichen Verben: sich enthalten, sich bemächtigen, sich beeilen usw. Bei diesen muss im Aktiv ein rückbezügliches Fürwort stehen. Das Passiv kann man nicht bilden.
 
 
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Von (echten) rückbezüglichen Zeitwörtern lässt sich kein Passiv bilden.
Zu bemerken ist aber, dass echte rückbezügliche Verben im Deutschen selten sind und viele davon sowohl reflexiv wie auch transitiv gebraucht werden können:
  • sich waschen (reflexiv) - jemanden (oder etwas) waschen (transitiv)
  • sich ärgern (reflexiv) - jemanden ärgern (transitiv)
 
Schließlich gibt es Wörter bzw. Ausdrücke, die man gar nicht ins Passiv setzen kann.
Beispiel:
Es regnet. - Aber nicht: Es wird geregnet.
Ich habe gute Laune. - Aber nicht: Es wird gute Laune gehabt.
 
 
 
Quellen:
Roland, M. (Hrsg.): DEUTSCH. Lehrbrief 1, Dr. Roland GmbH, Auflage 09/2015, Wien