Theorie:

Die Teilung Europas
Während die Weltpolitik vor 1945 von mehreren rivalisierenden, vor allem europäischen Großmächten bestimmt worden war, so trat nach Ende des Zweiten Weltkrieges die Hegemonie (Vorherrschaft) der beiden Supermächte USA und UdSSR an deren Stelle.
 
Die bisher dominierenden europäischen Großmächte Deutschland, Italien, Großbritannien und Frankreich waren vom Krieg ausgelaugt und nach 1945 zur Bedeutungslosigkeit verurteilt.
 
Während aber in den USA eine starke isolationistische Strömung, also nach außen hin abschottende Politik, vorherrschte, nützte die Sowjetunion diese Gelegenheit ihren Einfluss auszuweiten und zu festigen. Bereits in der Konferenz von Jalta (1945) war eine Aufteilung der Welt in eine östliche und eine westliche Hemisphäre beschlossen.
 
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Abb. 1 Churchill (GB), Roosevelt (USA) und Stalin (UdSSR) bei der Konferenz von Jalta 1945
 
Bereits während der letzten Kriegstage hatte die Rote Armee bei ihrem Vormarsch nahezu ganz Osteuropa besetzt und auch nach Kriegsende blieben die Truppen der UdSSR "zur Sicherung der Nachschubwege zu den Besatzungszonen in Deutschland und Österreich" in Osteuropa.
 
Die Sowjetunion betrachtete Osteuropa von nun an als ihren ausschließlichen Einflussbereich und begann die Verhätnisse darin nach ihren Vorstellungen zu ordnen: die einst sozialdemokratischen Arbeiterparteien wurden mit den kommunistischen Parteien zusammengeschlossen, Bürger- und Bauernparteien verboten und zuletzt bei Wahlen nur mehr Einheitslisten erlaubt, auf denen Kommunisten überdurchschnittlich stark vertreten waren.
 
Die westlichen Alliierten sahen keine Möglichkeit einzugreifen und schon 1945 prägte der britische Premierminister Winston Churchill das Schlagwort Eiserner Vorhang. Angesichts der enormen Ausweitung des sowjetischen Einflussbereiches glaubte man im Westen zu erkennen, dass die UdSSR die Weltherrschaft anstrebe. Infolge zerbrach das während des Zweiten Weltkriegs geschlossene Bündnis zwischen den Westmächten (USA, Großbritannien und Frankreich) und der UdSSR.
 
US-Präsident Harry S. Truman gelang es infolge die isolationistische Politik der USA abzulegen und eine Politik der Eindämmung (Containment) gegen den kommunistischen Einfluss durchzusetzten. Erster Ausdruck dieser Politik war die Truman-Doktrin (1947), in der die USA allen Ländern, die ihre Unabhängigkeit zu bewahren wünschten, ihre Unterstützung zusagten.
 
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Abb. 2 US-Präsident Harry S. Truman
 
Damit war die Gegnerschaft zwischen den USA und der UdSSR offensichtlich geworden. Da die Auseinandersetzung von beiden Seiten mit wirtschaftlichen und propagandistischen Mitteln hart geführt wurde, sprach man bald vom Kalten Krieg.
 
Unter dem Kaltem Krieg versteht man einen schwankenden Zustand zwischen Krieg und Frieden, gegeneinander gerichtete Propaganda, ständiges Wettrüsten, technische, wirtschaftliche, sportliche, kulturelle und ideologische Rivalität und auch militärische Drohungen.
 
Quellen:
Abb. 1 https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3a/Jalta_1945.jpg (29.04.2016)
Abb. 2 https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/cf/Harry_S._Truman.jpg (29.04.2016)