Theorie:

Dem lebensbegleitenden Lernen kommt angesichts der laufenden Änderungen der beruflichen Anforderungen, aber auch der Erfüllung kultureller Bedürfnisse jüngerer und älterer Menschen eine steigende Bedeutung zu.

Einrichtungen der Erwachsenenbildung, welche vom Unterrichtsministerium gefördert werden (wie Volkshochschulen, Berufsförderungsinstitute, Wirtschaftsförderungsinstitute, konfessionelle Einrichtungen und eine Reihe sonstiger gemeinnütziger regionaler Erwachsenenbildungsinstitutionen) bieten auch Kurse zur Nachholung von Bildungsabschlüssenim Rahmen des "Zweiten Bildungsweges" an. Interessierte können dort Vorbereitungslehrgänge für den Hauptschulabschluss, die Externisten(reife)prüfung, die Studienberechtigungsprüfung und die Berufsreifeprüfung besuchen.

Ein zentrales Anliegen des österreichischen Schulsystems ist es, den Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen als lebenslange Chance zu gewährleisten. Ein wichtiger Schritt dazu war die Einführung der Berufsreifeprüfung im Jahr 1997.

Berufsreifeprüfung (BRP)
Sie berechtigt zum uneingeschränkten Studium an allen Universitäten, Hochschulen, Fachhochschulen, Akademien sowie Kollegs und ermöglicht die Einstufung in den gehobenen öffentlichen Dienst. Voraussetzung für die Zulassung zur BRP ist die Vorlage eines Zeugnisses über einen beruflichen Abschluss. Die Berufsreifeprüfung umfasst vier Teilprüfungen: Deutsch, Mathematik, eine lebende Fremdsprache und den Fachbereich.
  
Campus_WU_LC_D1_TC_DSC_1440w_wiki.jpg
Abb. 1: Campus der WU Wien; Die Berufsreifeprüfung berechtigt zum uneingeschränkten Studium.
 

Studienberechtigungsprüfung (SBP)
Die Studienberechtigungsprüfung ermöglicht (im Unterschied zur BRP) nur den Zugang zu einer bestimmten Studienrichtung. Dazu sind alle Studienrichtungen in insgesamt 16 Gruppen zusammengefasst - die SBP berechtigt dann zur Zulassung zu allen Studien, die in die betreffende Gruppe fallen. Die Studienberechtigungsprüfung umfasst fünf Teilprüfungen: einen Aufsatz, drei Pflichtfächer und ein Wahlfach. 

Weiterbildungsangebote an Höheren Bildungseinrichtungen
In den letzten Jahren hat die Zahl der kostenpflichtigen Weiterbildungsangebote an Universitäten, Fachhochschulen und im Rahmen der so genannten "Lehrgänge universitären Charakters" stark zugenommen. An den Universitäten gibt es über 600 Lehrgänge zu ganz verschiedenen Themenfeldern mit rund 12.000 Studierenden. Auch bei den Erwachsenenbildungseinrichtungen gibt es Lehrgänge.

  

Quellen:
Roland, M. (Hrsg.): GEOGRAPHIE. Lehrbrief 9, Dr. Roland GmbH, Auflage 7/2015, Wien
Alexander Johmann: Hauptgebäude der Universität Wien, online unter: https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AUniversitaet_Wien_Hauptgebaeude_Facade_7.jpg (28.7.2016)