Theorie:

Arbeitsmarktpolitik
  
Im Arbeitsmarktservicegesetz (AMSG) werden der Arbeitsmarktpolitik folgende Aufgaben zugewiesen:
  • Verhütung und Beseitigung von Arbeitslosigkeit
  • Zusammenführen von Areitskräfteangebot und -nachfrage unter Wahrung sozialer und ökonomischer Grundsätze
  
Damit sind die Ziele der österreichischen Arbeitsmarktpolitik festgelegt:
  • Erreichen bzw. Aufrechterhalten der Vollbeschäftigung
  • Ältere Arbeitnehmende länger im Erwerbsleben zu halten
  • Aktive Maßnahmen zur Qualifizierung und Chancengleichheit
  • Erhöhen der Transparenz am Arbeitsmarkt
  • Humanressourcen zu entwickeln
  • Aktivierung der Arbeitslosen
  • Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit
 
Aktuelle Entwicklungen

Die Nachfrage nach Dienstleistungen wird weiter steigen, womit der tertiäre Sektor weiterhin wachsen wird. Wichtig ist ja nicht nur, dass ein Produkt erzeugt wird - immer mehr steigt die Nachfrage nach Finanzierungsmodellen, Serviceverträgen, Versicherungsverträgen und Garantieleistungen; dazu kommen Beratung, Werbung, Public Relations, Buchhaltung, Lohnverrechnung usw.

Ebenso wird die Bedeutung der Mikroelektronik weiter zunehmen. Eine besondere Herausforderung wird auch eine Umstellung auf umweltschonendere Technologien, beispielsweise im Automobilsektor oder in der Energiegewinnung, mit sich bringen.
  
Besonders gute Berufschancen im 21. Jahrhundert werden sich voraussichtlich unter anderem in folgenden Bereichen eröffnen:
  • EDV-unterstütze Berufe
  • Hochstehende Verkaufstätigkeiten
  • Hochqualifizierte technische Tätigkeiten
  • Persönliche Dienstleistungen
  • Neue Kommunikationsberufe
  
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Abb. 1: Die Umstellung auf regenerative Energieformen ist eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.
  
  
Statistiken über den Arbeitsmarkt liefern Informationen zum Angebot wie auch zur Nachfrage nach Arbeitskräften.
  
Die Arbeitslosenquote in Österreich ist nach Daten des AMS in den letzten Jahren angestiegen. Bewegte sie sich in den 90er Jahren grob zwischen fünf und sieben Prozent, waren es seit kurz vor der Jahrtausendwende meist zwischen sechs und sieben oder leicht über sieben Prozent. 2014 stieg die Zahl auf 8,4 Prozent und 2015 auf den Rekordwert von 9,1 Prozent (bei 354 332 als arbeitslos vorgemerkten Personen) an.
 
 
JahrArbeitslosenquote
20106,9 %
20116,7 %
20127,0 %
20137,6 %
20148,4 %
20159,1 %


Davon zählten im Jahr 2015 13,2 Prozent (oder 46 701 Personen) zwischen 15 und 25 Jahren zur Jugendarbeitslosigkeit. Diese Zahl hat sich gegenüber 2014 leicht verringert. Die höchste Arbeitslosigkeit gab es in Wien, gefolgt von Kärnten und dem Burgenland; die wenigsten Arbeitslosen im Jahr 2015 gab es dagegen in Salzburg, gefolgt von Oberösterreich und Vorarlberg.
 
Ausländische Personen weisen deutlich instabilere Beschäftigungsverhältnisse und ein signifikant höheres Arbeitslosigkeitsrisiko auf. Ältere Personen leiden unter einem geringeren Risiko, arbeitslos zu werden. Sind sie dennoch davon betroffen, bleiben sie es aber sehr lange.
 
Im EU-Vergleich (28 Länder) liegt Österreich im Mai 2016 mit 6,1 Prozent (nach EUROSTAT-Berechnung; diese unterscheidet sich von der nationalen Berechnung) unter dem EU-Durchschnitt von 8,6 Prozent.
  
  
 
Quellen:
Roland, M. (Hrsg.): GEOGRAPHIE. Lehrbrief 9, Dr. Roland GmbH, Auflage 7/2015, Wien
Arbeitsmarktdaten Österreich: http://www.ams.at/ueber-ams/medien/arbeitsmarktdaten/berichte-auswertungen, http://www.ams.at/_docs/001_JB-2015.pdf (29.7.2016)
Arbeitsmarktdaten EU: http://ec.europa.eu/eurostat/tgm/refreshTableAction.do?tab=table&plugin=1&pcode=teilm020&language=de (29.7.2016)