Theorie:

Großlandschaften
Österreich gliedert sich in fünf verschiedene Großlandschaften: die Vorländer im Osten, das Granit- und Gneishochland, die Terrassen- und Beckenlandschaften, das Alpenvorland und die Alpen.
 
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Abb. 1 Großlandschaften Österreichs
 
Die Vorländer im Osten stellen die Randgebiete des Pannonischen Tieflandes dar und unterteilen sich in die Buchten von Neudsiedl, Oberpullendorf und die Grazer Bucht.
Das Vorland im Südosten umfasst die Ost-Steiermark, ein Platten-, Hügel- und Riegelland, in dem breite Mulden- und Sohlentäler vorherrschen. In dieser Region gibt es viele Thermal- und Heilquellen wie Bad Gleichenberg, Bad Tatzmannsdorf und Güssing.
In den Vorländern im Osten herrscht ein pannonisches und illyrisches Klima, welches sich z.B. hervorragend zum Anbau von Wein eignet.
 
Granit- und Gneishochland
Die Böhmische Masse ist der geologisch älteste Teil Österreichs und erstreckt sich vom Mühlviertel in Oberösterreich bis ins Waldviertel in Niederösterreich - von Passau bis zum Manhartsberg.
Gesteinsmäßig ist der österreichische Anteil an der Böhmischen Masse zweigeteilt. Von der Nordwestgrenze Österreichs bis zur Linie Yspertal-Zwettl-Kautzen besteht die Region aus Granit, anschließend im östlichen Waldviertel aus Gneis, der Manhartsberg wieder aus Granit.
In den Regionen der Böhmischen Masse herrscht ein mitteleuropäisches Übergangsklima. Neben Wald gibt es viel Wiesen- und Ackerland.
 
Terassen- und Beckenlandschaften
Terassenlandschaften befinden sich vorwiegend außerhalb der Alpen und treten an großen Flüssen auf. Sie entstanden durch die Wasserführung während der großen Eiszeit.
Bei den Beckenlandschaften unterscheidet man zwischen tertiären Einbruchsbecken (Wiener Becken, Klagenfurter Becken) und terrassierten Strombecken (Eferdinger Becken, Linzer Becken, Tullner Becken). Die Einbruchsbecken sind im Tertiär entstanden und bilden heute, durch klimatische Begünstigungen, Intensivräume der Landwirtschaft.
Das Wiener Becken trennt die Alpen von den Karpaten und ist Kreuzungspunkt für mehrere überregional bedeutende Verkehrswege.
Die großen Stromebenen an der Donau bilden wichtige Wirtschaftsräume für die Landwirtschaft, das Tullner Becken und das Marchfeld. Das Marchfeld ist die Kornkammer Österreichs.
In den österreichischen Terassen- und Beckenlandschaften herrscht ein Illyrisches Klima, welches durch heiße Sommer und kalte Winter gekennzeichnet ist.
 
Alpen- und Karpatenvorland
Das Alpen- und Karpatenvorland ist eine sanft gegen Norden abfallende Platten- und Hügellandschaft und erstreckt sich zwischen dem Nordrand der Alpen und der Donau sowie zischen dem Inn im Westen und dem Wienerwald im Osten. An das Tullner Becken schließt im Norden das Karpatenvorland an.
 
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Abb. 2 Das niederösterreichische Alpenvorland
 
Die Gletscher der Eiszeit bildeten in Österreich Zungenbeckenseen wie z.B. den Attersee, den Traunsee und den Mondsee. Tallandschaften der Donau sind u.a. die Wachau, das Passauer Tal oder der Nibelungengau.
Das Alpenvorland ist ein vorwiegend fruchtbares Acker- und Wiesenland. Landwirtschaftliche Produkte sind etwa Weizen, Hafer oder Futterrüben.
 
Die Alpen
Die Alpen sind ein durch Eiszeit umgestaltetes Faltengebirge und reichen vom Golf von Genua bis zum Wienerwald. Die Alpen sind in der jüngsten Gebirgsbildungsphase entstanden und ihre Einbiegungen und Aufwölbungen bildeten Becken und Längstäler innerhalb der Alpen aus. Österreich hat ausschließlich Anteil an den Ostalpen, welche etwa ein Drittel der Fläche Österreichs einnehmen.
Die Ostalpen werden durch den nördlichen und den südlichen Längstalzug in Nord-, Zentral- und Südalpen unterteilt. Die Längstalzüge sind wichtige Lebens- und Verkehrsräume innerhalb der Alpen. Wichtige Längstalzüge sind das Inntal von Landeck bis Kufstein, das Salzachtal von Krimmel bis Lend, das Murtal von der Quelle bis Bruck an der Mur oder das Ennstal von Radstadt bis Admont.
Die Alpen sind vor allem durch Waldreichtum geprägt. Die Landwirtschaft wird hauptsächlich als Almwirtschaft betrieben.
 
Quellen:
Abb. 1 http://www.biologischevielfalt.at/ms/chm_biodiv_home/chm_biodiv_oesterr/chm_lebensraeume/chm_lr_vielfalt/ (17.05.2016)
Quellen:
Abb. 2 http://www.bundesforste.at/service-presse/fotos/101-naturfotos/landschaft.html (17.05.2016)