Theorie:

Alterspyramiden
Die Alterspyramide (Bevölkerungspyramide) liefert einen anschaulichen grafischen Überblick über die altersmäßige Zusammensetzung der weiblichen und männlichen Bevölkerung eines Staates. Sie beschreibt also den altersmäßigen Ist-Zustand (Altersaufbau) einer Gesellschaft.
 
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Abb. 1 Die Bevölkerungspyramide Österreichs um 2013 (Urnenform) sowie Prognosen für 2030 und 2060
 
Aufbau der Bevölkerungspyramide
Die horizontale Achse der Bevölkerungspyramide zeigt die Anzahl der in einer bestimmten Altersgruppe lebenden Menschen - links die männliche, rechts die weibliche Bevölkerung. Die vertikale Achse beinhaltet die altersmäßige Anzeige vom Neugeborenen bis zum alten Menschen. Je weiter nach außen die Linienmarkierung reicht, umso mehr Personen des jeweiligen Geschlechts leben in dieser Altersgruppe.
 
Die Bevölkerungspyramide Österreichs für das Jahr \(2013\) zeigt etwa \(40.000\) männliche und \(42.000\) weibliche Neugeborene. Die größte Altersgruppe repräsentieren die männlichen und weiblichen \(43\)- bis \(50\)-Jährigen. Die Einbuchtungen der Bevölkerungspyramide, die sich bei den \(65\)-Jährigen zeigen, hängen von den Bevölkerungsrückgängen nach dem Zweiten Weltkrieg, die Verjüngung der Alterspyramide mit zunehmendem Alter mit der natürlichen Lebenserwartung zusammen.
 
Grundformen der Alterspyramide
Als Grundtypen der Alterspyramiden gelten die Pyramidenform (wachsende Bevölkerung), die Glockenform (gleich bleibende Bevölkerung) und die Urnenform (schrumpfende Bevölkerung). Diese idealtypischen Grundformen können jeweils auch den Phasen des Modells des demographischen Übergangs zugeordnet werden.
 
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Abb. 2 Grundformen der Bevölkerungspyramiden, entsprechend ihrer Zugehörigkeit zu den demographischen Phasen
 
Bevölkerungspyramide in Entwicklungsländern (Pagodenform)
Die Flanken der Bevölkerungspyramide sind, aufgrund der hohen Kinder-Sterblichkeit, konkav durchgebogen. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist gering und die Geburtenrate hoch. Aufgrund der mangelnden medizinischen Versorgung nimmt die Sterberate rapide zu. Mit zunehmendem Alter werden die Prozentanteile an der Bevölkerung geringer.
 
Die Entwicklungsländer befinden sich heute entsprechend ihrer Bevölkerungsentwicklung noch immer in den Phasen zwei und oder drei. Durch Verbesserungen im medizinischen und hygienischen Bereich kam es hier in den letzten Jahrzehnten zu einem starken Rückgang der Sterbeziffern. Dadurch erhöhte sich die durchschnittliche Lebenserwartung beträchtlich. Die Geburtenziffern bleiben aber gleich hoch.
 
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Abb. 3 Bevölkerungspyramide Gambias in Form einer Pagode
 
Bevölkerungspyramide in Industrieländern (Urnenform)
Die Sterberaten sind höher als die Geburtenraten - die Bevölkerung schrumpft. Bis in die Neuzeit befanden sich die Industrieländer Europas und Nordamerikas im demographischen Übergang noch in der ersten Phase, durch medizinische Fortschritte im \(18\). und \(19\). Jahrhundert sind sie in Phase zwei und drei übergetreten - die Folge war eine Bevölkerungszunahme. Heute befinden sich die Industrieländer in der Phase vier und fünf (geringes oder Nullwachstum). Gründe für den Bevölkerungsrückgang sind Verstädterung, hoher Lebensstandard, Berufstätigkeit (Emanzipation) der Frauen, Verhütung, etc.
 
Quellen:
Abb. 1 https://www.kommunalnet.at/news/einzelansicht/oesterreich-wird-alt/news/detail.html (05.05.2016)
Abb. 2 Quelle unbekannt (05.05.2016)
Abb. 3 https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/06/Bev%C3%B6lkerungspyramide_Gambias.png (06.05.2016)