Theorie:

Betrachten wir noch einmal das Beispiel der in der Erdatmosphäre erzeugten Myonen.
Zuletzt haben wir dieses Experiment aus Sicht der Erde betrachtet. Die Myonen sind so schnell, dass für sie die Zeit langsamer vergeht und sie daher weitaus langsamer zerfallen, als der Halbwertszeit entsprechen würde.
Doch wie sieht das aus Sicht der Myonen selbst aus?
 
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Aus Sicht der Myonen selbst vergeht die Zeit natürlich ungedehnt, da sie sich in ihrem eigenen Bezugssystem nicht bewegen. Die Halbwertszeit bleibt die gleiche, die Geschwindigkeit ebenfalls. Naturgemäß muss die Anzahl der Myonen, die zerfallen, bzw. auf der Erdoberfläche ankommen, in jedem Inertialsystem gleich sein. Wie ist das möglich?
 
Die Lösung dieses scheinbaren Widerspruchs ist ebenso ungewöhnlich wie die Zeitdilatation selbst: Die Strecke, die die Myonen von ihrer Entstehung bis zur Erdoberfläche zurücklegen, muss aus ihrer Sicht kürzer erscheinen.
 
Allgemeiner kann man das auch so formulieren:
Längen erscheinen in bewegten Inertialsystemen verkürzt.
Oder: Bewegte Maßstäbe erscheinen gestaucht.
Dieses Phänomen nennt man die Längenkontraktion oder Lorentzkontraktion.  
 
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