Theorie:

Das Ziel der Global Marshall Plan Initiative ist es, einen Beitrag für eine weltweite ökosoziale Marktwirtschaft zu leisten. Die Idee eines "Global Marshall Plan" wurde erstmals vom US-amerikanischen Politiker, Unternehmer und Umweltschützer Al Gore veröffentlicht (in seinem 1990 erschienenen Buch "Wege zum Gleichgewicht - Ein Marshall Plan für die Erde").
 
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Abb. 1: Das Konzept des Global Marshall Plans stammt vom ehemaligen US-Vizepräsident Al Gore.
 
 
Das Konzept steht in Tradition zum sogenannten Marshallplan (offiziell: European Recovery Program, ERP), einem großen Wirtschafts-Wiederaufbauprogramm der USA, das dem kriegsgeschädigten Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg zugute kam.
  
Vor dem Hintergrund, dass sich die Welt in Folge der raschen Globalisierung zunehmend in einer schwierigen und bald schon unhaltbaren Lage befindet - sowohl in Bezug auf die Umweltsituation, auf Armut und Verteilungsfragen sowie bezüglich des Ausgleichs zwischen den Kulturen - zielt die Initiative darauf ab, eine globale ökosoziale Marktwirtschaft zu etablieren.
 
 
Ziele
 
  • Überwinden der entwürdigenden Armut der Hälfte der Menschheit, die längst als Hauptursache der existenziellen Weltprobleme erkannt wurde.
  • Eine erfolgreiche globale Etablierung ökologischer und sozialer Standards für eine nachhaltige Entwicklung.
  • Überwinden der tiefen kulturellen Frustration und Demütigung eines Großteils der Menschheit und damit Beseitigen eines explosiven Umfelds, das internationalen Terrorismus hervorbringt und die globale Sicherheit gefährdet.
  • Ein neues Wirtschaftswunder, das die bisher fast völlig brach liegenden Human-Potenziale von mehr als drei Milliarden Menschen gezielt fördert, woraus letztlich die gesamte Menschheit immensen Nutzen ziehen würde.
  • Eine allgemein gerechtere Gestaltung der Globalisierung.
  • Die Verwirklichung der Menschenrechte und Menschenwürde für alle.
  
Ein Global Marshall Plan würde auch für zahlreiche andere Probleme, die aus einer unbalancierten Globalisierung entstanden sind, neue Perspektiven bieten.
 
Mögliche Auswirkungen wären beispielsweise:
  • Der Wohlstand und damit auch die Löhne stiegen in den sich entwickelnden Ländern, damit sänke der Lohndruck in der Wirtschaft der traditionellen Industrieländer. Auch die erhöhte Nachfrage auf den Weltmärkten trüge dann zu einer Sicherung der Arbeitsplätze in den Industrieländern bei.
  • Eine Umsetzung ökologischer Ziele wäre wesentlich realistischer, als es zurzeit der Fall ist, da Armut nämlich, so die Argumentation, eine der Ursachen für Umweltzerstörung in den ärmeren Ländern sei. Wer um das tägliche Überleben kämpfen müsse, wäre nur schwer für Umweltschutz zu gewinnen.
  • Das Leitbild einer offenen, friedlichen, demokratischen, rechtsstaatlichen und gebildeten Bürgergesellschaft, das viele als den besten Garant für eine gute und dynamische Zukunftsperspektive aller Gemeinwesen sehen, würde durch einen ökosozialen Global Marshall Plan vorangebracht werden.
 
Quellen:
Roland, M. (Hrsg.): GEOGRAPHIE. Lehrbrief 10, Dr. Roland GmbH, Auflage 3/2016, Wien
https://commons.wikimedia.org/wiki/User_talk:Oridw: 45th Vice President of the United States Al Gore, online unter: https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AAl_Gore_2009_(1).jpg (7.9.2016)