Theorie:

Konvergenztheorie
road-24336_1280.png
 
Abb. 1: Kapitalistische und sozialistische Systeme nähern sich in der Praxis einander an.
 
Die Konvergenztheorie geht von einer allmählichen Annäherung zwischen kapitalistischen und sozialistischen Systemen aus: Da beide Ideologien und Wirtschaftsformen mit den gleichen Anforderungen der modernen Industrieproduktion konfrontiert sind (z. B. Arbeitskräftekonzentration, Arbeitsteilung, zunehmender Kapitalbedarf, Abkehr vom Familieneigentum, zunehmende Effizienzsteigerung), werden sie sich organisatorisch, technisch und wirtschaftlich angleichen:
 
Den (privatwirtschaftlichen) Marktwirtschaften sagt man einerseits einen wachsenden staatlichen Einfluss auf den Wirtschaftsprozess voraus und andererseits eine Ausweitung der Herrschaft der Managerinnen und Manager - beides führe zu einem Verlust der Funktion des Privateigentums.
 
Für (staatssozialistische) Zentralplanwirtschaften wird gleichfalls ein Machtzuwachs der Managerinnen und Manager vorausgesagt - und damit eine Entideologisierung der Wirtschaftslenkung und eine Dezentralisierung der Planung.
 
Dies führe zu einer Angleichung der politischen und wirtschaftlichen Strukturen und Strategien.
 
Der Zusammenbruch des Kommunismus und seine Auswirkungen
berlin-wall-549071_1920.jpg
Abb. 2: Der Fall der Berliner Mauer war ein Schlüsselereignis im Zusammenbruch des Ostblocks.
 
Der Zusammenbruch des sozialistisch-kommunistischen Lagers nach dem Fall der Berliner Mauer und dem Abbau des Eisernen Vorhangs (1989 - 1991) verursachte bei der Umstellung der östlichen Planwirtschaft auf das System der westlichen Marktwirtschaft große wirtschaftliche Probleme (siehe auch Kapitel 10: Transformatinsökonomie):
  • Massenarbeitslosigkeit durch "Gesundschrumpfen" von staatlichen oder staatsnahen (und daher zumeist unrentablen) Betrieben.
  • Staatsbetriebe sollten privatisiert werden, doch fehlten oft Käufer für die unrentablen Firmen.
  • Viele Betriebe mussten auch wegen ihrer veralteten Technologie endgültig geschlossen werden
  • Fehlende Motivation der Beschäftigten, denen die westlichen Begriffe der Eigeninitiative und der Leistung fremd waren - sie waren es ja jahrzehntelang gewohnt gewesen, ihr Einkommen unabhängig von ihrer Leistung zu erhalten
 
 
Iron_Curtain_map.png
Abb. 3: Europa zur Zeit des "Eisernen Vorhanges" (schwarze Linie): NATO (blau), Warschauer Pakt (rot), neutrale (grau) und blockfreie Staaten (grün: Jugoslawien und Albanien).
 
 
 
 
 
Quellen:
Roland, M. (Hrsg.): GEOGRAPHIE. Lehrbrief 11, Dr. Roland GmbH, Auflage 12/2015, Wien
https://pixabay.com/de/straße-split-zeichen-verkehr-24336/ (17.11.2016)
https://pixabay.com/de/berliner-mauer-mauer-berlin-gebäude-549071/ (17.11.2016)
https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Sémhur: Karte des Eisernen Vorhangs in Europa, online unter: https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AIron_Curtain_map.svg (17.11.2016)