Theorie:

Das Gleichungssystem
x=x0+axty=y0+ayt
(\(t\in \mathbb{R}\)),  heißt Parametergleichung der Geraden, die durch den Punkt M0x0;y0 verläuft und deren Richtungsvektor a→=ax;ay ist.
  
Der Punkt Mx;y gehört zur Geraden nur dann, wenn die Vektoren M0M→ und a→ kollinear sind, d.h. für M0M→=ta→. Beim Umschreiben dieser Gleichung in die Koordinatenform erhält man
x−x0=taxy−y0=tay
das ist genau die obige Parameterdarstellung.
 
Man kann eine parametrische Geradengleichung auf mehrere Arten in eine einfache (explizite) Geradengleichung umwandeln:
  • Ausdrücken des \(t\)-Wertes aus einer der beiden Komponenten und Einsetzen dieses Wertes in die andere Komponente.
  • Aufstellen der kanonische Geradengleichung durch den Punkt M0x0;y0 und mit dem Richtungsvektor a→=ax;ay.
Beispiel:
Bestimme die allgemeine Geradengleichung der Geraden, die in folgender Parameterform gegeben ist:
x=3+4ty=−2+7t
Hier ist M03;−2 ein Punkt der Geraden und der Richtungsvektor der Geraden ist a→=4;7. Also ist die kanonische Geradengleichung x−34=y+27.
 
Die parametrische Darstellung der Gleichung kann auch als Bewegungslinie eines Körpers mit dem konstanten Geschwindigkeitsvektor a→=ax;ay interpretiert werden, der sich zur Zeit t=0 im Punkt M0x0;y0 befindet.
Wichtig!
Es ist r→−r0→∥a→, wobei r→ der Ortsvektor der Punkte auf der Geraden ist, r0→ der Ortsvektor des fixierten Punktes und a→ der Richtungsvektor der Geraden.